Work Life Design @Bundesverwaltung
Auftrag
Atelier-Kurse «Agile Laufbahnentwicklung» mit Work Life Design für die Bundesverwaltung – in Co-Kreation mit Loopings Kompetenzzentrum für Arbeit 45+
Challenge
Mitarbeitende der Bundesverwaltung gestalten ihr Berufsleben konstruktiv, systematisch und handlungsorientiert mit Methoden und der Haltung von Work Life Design und trainieren wichtige Zukunftskompetenzen (Future Skills) wie Selbstwirksamkeit, Empathie, Co-Kreation, Kreativität und Innovation. Raum für Experimente und Kollaboration sowie eine aktive und wirksame Entwicklungs- und Lernkultur fördern.
Leistungen
Konzeption, Facilitation und Durchführung von zweitägigen Kurs-Ateliers für Mitarbeitende der Bundesverwaltung aus unterschiedlichen Departementen, Abteilungen und Funktionen.
Ergebnis
Die Mitarbeitenden sind gestärkt in ihrer gestaltungsbasierten Haltung. Sie kennen ihre Stärken, Potenziale, Interessen und Rahmenbedingungen und haben greifbare Ideen und Prototypen für ihre berufliche Weiterentwicklung.
Interview
Agile Laufbahnentwicklung bei der Bundesverwaltung: Entwicklungsmöglichkeiten bewusst erkunden und mitgestalten
Simona Casola, Fachexpertin personalpolitische Projekte und Geschäfte beim Eidgenössischen Personalamt EPA, erzählt im gemeinsamen Interview mit Vanessa Zeilfelder von Loopings und Fabienne Stoll von neonradish, warum Work Life Design bei der Bundesverwaltung Anklang findet – und was das mit Personalstrategie und agilen Entwicklungsmöglichkeiten zu tun hat.
Was gab den Anstoss, Mitarbeitenden der Bundesverwaltung Work Life Design als Methode und Haltung zugänglich zu machen, um ihre berufliche Zukunft aktiv zu gestalten?
Simona: Im Rahmen unserer Partnerschaft mit Loopings haben wir «Life Design» als inspirierendes Framework kennengelernt. Getreu diesem Ansatz sind wir rasch von der Idee zum Prototyp übergegangen und haben 2023 gemeinsam mit neonradish den ersten Kurs «Agile Laufbahnentwicklung mit Work Life Design» pilotiert. Das durchweg positive Feedback hat uns motiviert, das Angebot gezielt weiterzuentwickeln und als konkrete Massnahme zur Umsetzung der Personalstrategie der Bundesverwaltung 2024–2027 anzubieten. Damit haben wir einen Raum geschaffen, in dem Mitarbeitende ihre Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Bundesverwaltung bewusst erkunden und mitgestalten können.
Wie genau kann man sich das Kursangebot «Agile Laufbahnentwicklung mit Work Life Design» vorstellen?
Fabienne: Mit Methoden und der Haltung von Design Thinking bewusst, strukturiert und handlungsorientiert das eigene Berufsleben gestalten – darum geht es im zweitägigen Kurs «Agile Laufbahnentwicklung mit Work Life Design» der Bundesverwaltung.
Während den zwei Kurstagen tauchen die Teilnehmenden ein in eine zukunftsbereite Entwicklungs- und Gestaltungshaltung für das eigene Berufsleben. Sie durchlaufen die drei Phasen von Work Life Design: EXPLORE (Erkunden), IDEATE (Ideen entwickeln) und PROTOTYPING (Testen). Dabei finden sie heraus, was sie antreibt, was ihnen besonders liegt und was ihnen wichtig ist in Beruf und Leben. Sie erkunden ihre Interessen und Stärken und finden Antworten darauf, wie, wo, wann und mit wem sie am besten arbeiten und ihr Potenzial entfalten. Basierend auf diesen Erkenntnissen formulieren die Teilnehmenden ihre zentrale berufliche Herausforderung – ihre Work Life Design Challenge. In Co-Kreation mit den anderen Teilnehmenden entwickelt jede:r starke, kreative Ideen und Lösungsansätze für die jeweilige Work Life Design Challenge. Um die Ideen und Ansätze im Berufsalltag zu testen, kommt der Prototyping-Ansatz ins Spiel. Methoden aus der Innovation, der positiven Psychologie und der Verhaltensökonomie helfen, bestehende Denkmuster zu durchbrechen, ins Handeln zu kommen und dranzubleiben mit einem griffigen und lustvollen Aktionsplan für die nächsten Monate.
Zusammengefasst: Der Kurs bietet Mitarbeitenden der Bundesverwaltung die Möglichkeit, sich ihrer Mitgestaltungsmöglichkeiten bewusst zu werden und wirksam Zukunft zu schaffen. Nicht zuletzt auch dank wichtiger Zukunftskompetenzen (Future Skills) – wie Selbstwirksamkeit, Leadership, Empathie, Co-Kreation, Kreativität und Innovation. Diese Future Skills trainieren und stärken die Kursteilnehmenden im gesamten Work Life Design Prozess, den sie durchlaufen.
Wie waren die Rückmeldungen der Teilnehmenden?
Vanessa: Inzwischen blicken wir auf eine Pilotdurchführung zurück sowie vier weitere Ateliers im Rahmen des ordentlichen Kursangebots der Bundesverwaltung und wir freuen uns über die positiven Feedbacks, die wir erhalten haben. Die Evaluation des Piloten hat bestätigt, dass Laufbahnentwicklung mit dem Work Life Design Ansatz eine gewinnbringende Erfahrung für die Teilnehmenden war. Hervorgehoben wurden der offene Austausch mit den Kolleg:innen, die aktivierenden und vielfältigen Methoden, die konkrete und handlungsorientierte Erkenntnisse und Ergebnisse liefern, und die Möglichkeit, sich intensiv mit der eigenen Laufbahn zu beschäftigen. Einige der Teilnehmenden haben uns auch zurückgespielt, dass sie einzelne Methoden in der Zwischenzeit in ihren Teams umsetzen und anwenden konnten. Das freut uns natürlich sehr, dass auf diese Weise ein Transfer in ihren beruflichen Alltag geschieht, sie die Haltung und Ansätze des Work Life Designs integrieren und damit als Multiplikator:innen wirken.
Wir haben auch ganz konkrete Rückmeldung zu Verbesserungsmöglichkeiten erhalten und konnten das Programm weiterentwickeln. So finden beispielsweise die einzelnen Module nicht wie bei der initialen Durchführung über mehrere Wochen verteilt statt, sondern als zweitägiger Kurs.
Und welches Fazit zieht ihr aus Arbeitgeber:innensicht?
Simona: Das Feedback der teilnehmenden Mitarbeitenden zeigt deutlich, wie wertvoll ein solches Angebot für ihre berufliche Orientierung und Weiterentwicklung ist. Gestaltungsräume im Arbeitsalltag verlangen nach neuen Strategien, Haltungen und Denkweisen. Genau hier setzt Work Life Design an. Die Methode vermittelt unseren Mitarbeitenden einen praxistauglichen «Werkzeugkoffer», mit dem sie ihre berufliche Entwicklung aktiv steuern und ihre Karriere-Anpassungsfähigkeit stärken können. Auf diese Weise eröffnen wir unseren Mitarbeitenden neue Perspektiven innerhalb der Bundesverwaltung.
Was waren eure Highlights bisher?
Simona: Erstmals klar die Zusammenarbeit mit Vanessa und Fabienne. Durch ihre wertschätzende Art und fachliche Kompetenz haben sie nicht nur inspirierende Ateliers moderiert, sondern bereits die gemeinsame Konzeption des Angebots zu einer bereichernden Erfahrung gemacht. Unsere Gespräche waren jedes Mal ein Impulsgeber.
Ein weiteres Highlight ist die spürbare Wirkung von Work Life Design auf die Teilnehmenden. Zu hören, wie sie neue Perspektiven gewinnen und wie dankbar sie dafür sind, dass wir als Arbeitgeberin solche Formate ermöglichen, bestätigt nochmals den Wert dieses Angebots.
Vanessa: Ich erinnere mich gerne daran, mit wie viel Wertschätzung, Offenheit und Augenhöhe sich die Teilnehmenden begegnen. In kürzester Zeit entsteht eine Atmosphäre, in der sich die Kolleg:innen mit wichtigen Fragestellungen und Reflexionen beschäftigen und hinter die Kulissen blicken lassen. Weil es bei Work Life Design immer auch ums grosse Ganze geht, kommen neben den beruflichen Themen oftmals auch persönliche Erfahrungen in den Gesprächen auf. Dabei entsteht ein Austausch, welcher über die oftmals fachliche und operative Auseinandersetzung im Alltag hinausgeht.
Die Wertschätzung gilt aber auch der Bundesverwaltung als Arbeitgeberin, das hören wir immer wieder. Dass so ein Eintauchen ermöglicht wird, wissen die Teilnehmenden sehr zu schätzen und schafft eine unschätzbare Insel ausserhalb des Tagesgeschäfts.
Fabienne: Es gibt einige. Zwei Highlights sind mir besonders geblieben. Das erste Highlight: Die Magie und die Kraft von Co-Kreation für die Arbeit an eigenen beruflichen Herausforderungen. Wenn wir als Facilitator:innen einer Gruppe von fremden Menschen mit unterschiedlichen Berufen, Funktionen, Hierarchien, Persönlichkeiten, Erfahrungen und Lebensgeschichten einen Gestaltungsraum bieten können, um gemeinsam kreative und starke (Zukunfs-)ideen zu entwickeln für ganz unterschiedliche, individuelle Herausforderungen – that’s where the magic happens. Mein zweites Highlight: Mich beeindruckt immer wieder der Moment, wenn sich die Kursteilnehmenden ihrer Gestaltungskraft- und -möglichkeiten bewusst werden. Denn: Auch in einem vorgegebenen Rahmen kann man etwas bewirken und bewegen.
Vielen Dank, liebe Simona und Vanessa, für den spannenden Auftrag und die grandiose Zusammenarbeit. Wir freuen uns auf die weiteren Ateliers.